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“Mene mene tekel…”

…die Schriften an der Wand! In der Bibel im Buch Daniel sind es vier Wörter. In Fürth lesen wir an Hauswänden mit Leuchtfarbe gemalte Wörter:

LSR - Luftschutzraum, es gibt öffentliche Luftschutzräume und Selbstschutz
(> Ludwigstr. 3)

LSR im Hof - hier liegt der (nicht-öffentliche) Luftschutzraum zum Hof hin
(> Schwabacher Str. 76)

NA(S) = Notausstieg oder LSN(A) = Luftschutznotausstieg - sollte so groß sein, dass ein Erwachsener hindurchpasst (> Karolinenstr. 46 a)

MD - Mauerdurchbruch, er wird durch Pfeile (5 cm stark, 30 cm lang, 80 cm Abstand) angezeigt und ging durch die Brandmauer zum Nachbarhaus. Er durfte nur im Notfall geöffnet werden, ein Stein musste locker sein
(> Karolinenstr. 46)

“Zum Aufnahmeraum Fronmüllersteg” -
Am 18.08.1943 bekamen alle Polizeidienststellen die Aufforderung, Aufnahmeräume anzulegen, denn “wie die Erfahrung gezeigt hat, [sind] Sauerstoffentzug und Stahlhitze [bei Großflächenbränden] so stark, daß Insassen von LS-Räumen (…) getötet werden können”. Für die brandgefährdeten Fürther Stadtteile waren es die Aufnahmeräume Fronmüllersteg, Schlageterplatz (= Fürther Freiheit), Karlssteg und Lindenhain. Von dort sollten die Leute mit ihrem Gepäck zu Großsammelstellen (Fürther Sportplätze) am Stadtrand gebracht werden (> Theresienstr. 37)

“Zum öffentlicher Luftschutzraum Blumenstraße” - dieser war für Passanten und Nachbarn mit einem speziellen Ausweis gedacht. Zwei öffentliche LS-Räume entstanden 1936, sechs folgten bis zum 1. September 1939, bis Ende 1939 wurden 37 weitere angelegt und 1940 nochmals 11 (> Blumenstr. 21)

Weiße Linien und Pfeile zeigen Schutzraumgröße und Lage der Notausstiege an, die 5 cm breiten Pfeile sind ca. 4 m lang, alle 60 cm Querstriche in Richtung LS-Raum. Keine Knicke in den Pfeilen! (> Maistr. 5)

text: renate trautwein